John Axelrod






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24 Oct 2008
John Axelrod triumphierte mit Mahlers Erster...
Neue Luzerner Zeitung

Das Luzerner Sinfonieorchester eröffnete die Saison in Grossformation mit 90 Musikern: John Axelrod triumphierte mit Mahlers Erster.

Das Luzerner Sinfonieorchester unter John Axelrod eröffnete am Mittwoch die Reihe der Abonnementskonzerte paradoxerweise mit einem Programm, das nicht den Aufbruch, sondern die Endzeit ins Visier nahm. Und lag damit trotzdem richtig, denn die aktuellle Saison ist die Letzte, in der Axelrod als Chef vorsteht. Das Motto "Fin de siècle" liess erahnen, dass Mahler gespielt würde, dessen Musik die Stimmung der Jahre von 1890 und 1914 exakt trifft, das Schwanken zwischen Euphorie und Resignation exemplarisch in Klang setzt. Von der CD in den Konzertsaal Der erste Konzertteil rundete das Programm passend mit Werken ab, die das LSO kürzlich beim Label Nimbus Records eingespielt hat. Franz Schrekers Intermezzo op. 8 war den Streichern vorbehalten: Die halbe Hundertschaft zwischenVioline und Kontrabass zeichnete sich durch sorgfältig modellierten kraftvollen Tuttiklang, strahlende höhe und klar konturietes Fundament aus. Bezwingend das ätherische Verklingen der Violinen am Schluss, das die Bässe mit fast lautlosen Pizzicati grundierten. Die beiden Orchesterlieder des Schreker-Schülers Julius Bürger auf Texte von Morgenstern und Keller nutzen ein orchestrales Grossaufgebot für höchst subjekive Klangkombinationen, in die sich der bekannte Bariton Dietrich Henschel bruchlos einfügte. Henschels durch alle Lagen ausgeglichene, unforciert kräftige Stimme war ideal für diese Musik der extremen Stimmungen, und auch das LSO spielte lustvoll auf der Klaviatur von Bürgers grell-düsterer Expressivität. Keine Endzeitstimmung beim LSO Mahlers 1. Sinfonie ist ein Erstlingswerk, aber kein Versuch. Das Gleiche gilt von der Interpretation des LSO: geglückt beim ersten Anlauf. John Axelrod und seine 90 Musiker errichteten einen sinfonischen Bau, bei dem nicht nur Grundriss und Proportionen, sondern auch - von wenigen Ausnahmen abgesehen - die Details stimmten. Axelrod liess der Musik Zeit, bewies Mut bei Zäsuren und Brüchen und setzte die gewaltige Klangkraft des orchesters dosiert ein. Das Orchester - nach der Japantournee mit spürbar frischem Wind in den Segeln - folgte begeistert und wendig. Es beherrscht ein Repertoire, welches das die orgiastische Ekstase ( Finale ) genauso kennt wie die parodierende Groteske und die transzendente Entrückung ( 3. Satz ). Da herrschte nicht die Spur von Endzeitstimmung, aber ungeteilte Begeisterung beim Publikum, das Orchester und Dirigent feierte.


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