John Axelrod






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4 Nov 2007
Pianistische Hexenkünste mit Lächeln belohn
Kölnische Rundschau

Spätromantischer breiter Streicherklang regiert im 3. Abokonzert des Gürzenich-Orchesters (auch heute und morgen). Für die rheinischen Musiker bedeutet dies vertraute Kost, selbst mit Erich Wolfgang Korngolds satten Orchesterfarben sind sie aus der Ära Conlon / Krämer vertraut. Korngolds Sinfonie Fis-Dur durfte das Kölner Publikum jetzt kennen lernen, zuvor ein bewährtes Streitross der romantischen Klavierkonzerte bewundern: Evgenia Rubinova brillierte in Tschaikowskys Nr.1. Die in Russland geborene Pianistin schaffte den Sprung in die erste Liga der jungen Pianistengeneration mit einem Preisgewinn beim berühmten Klavierwettbewerb in Leeds. Seit dieser Zeit hagelt es Anfragen für die Solistin. Rubinova, Jahrgang 1977, betört durch ihren kraftvollen Zugriff, eine glänzende Technik und professionelle Hellhörigkeit im Spiel mit dem Orchester. Ihre Finger rennen wie computergesteuert über die Tasten des Flügels und wühlen sich perfekt durch die häufig harfenden Arpeggien, die Tschaikowsky ganz im Bann der Virtuosität verschwenderisch streute. Beim begeisterten Volk bedankte sie sich mit einem Chopin-Prelude, das ebenfalls wie von der Walze gestanzt die Tasten fliegen ließ.

Mit Herz und Seele wartete dagegen der zweite philharmonische Debütant des Matinee-Konzerts auf. Der amerikanische Dirigent John Axelrod sang die strapazierten Themen Tschaikowskys mit, als wünsche er sie sich breit wie von einem russischen Männerchor. Alles Hymnische belohnte er mit offenem Strahlen. Amüsant waren die lobenden Blicke des Maestros über den Klavierdeckel, um seiner pianistischen Hexerin ein zufriedenes Lächeln zu schenken.

Besonders gut hatte Axelrod sich die Sinfonie Fis-Dur von Korngold angeschaut. Die Partitur sah aus, als hätte er sie sogar in der Badewanne studiert. Korngolds Werk ist geprägt vom Willen zur Originalität, bereits der Beginn fordert die Marimba. Im fliegenden Scherzo rücken Horn-Episoden Hollywood gleich neben Wien, das Trio wirkt gespenstisch versponnen in seiner zähen Chromatik. Im Adagio seufzen Piccolo und Celesta gemeinsam, das Werk aus dem Jahr 1954 reizt mit ungewohnten Farben, ohne die Werte traditioneller großer Symphonik aufzulösen. John Axelrod und das Gürzenich-Orchester überzeugten als engagierte Fürsprecher dieser Musik.


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