John Axelrod






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17 Jan 2011
Urlaubstimmung bei Symphoniekonzert
Rheinische Post

Urlaubsstimmung beim Symphoniekonzert

VON REGINE MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 17.01.2011 - 02:30

Der amerikanische Dirigent John Neal Axelrod hat kürzlich in einem Interview über die Zukunft der Orchesterarbeit das Gebot der Stunde formuliert: "Wir müssen uns engagieren. Wir müssen spielen, als ginge es um Leben und Tod."

Das klingt offensiv und machte neugierig auf Axelrods Gastspiel in der Tonhalle beim ersten Symphoniekonzert des Jahres, wo er nun mit den Düsseldorfer Symphonikern ein amerikanisches, im besten Sinne des Wortes unterhaltsames Programm einstudiert hat. Sozusagen als Gegengift zu den vorwiegend nachdenklichen Programmen des vergangenen Schumann-Jahrs.

Nach Axelrods kühnen Worten konnte man einen flammenden Kämpfer fürs Wahre, Gute und Schöne erwarten, einen leidenschaftlichen Überzeugungstäter.

Tatsächlich tritt Axelrod keineswegs wie ein Missionar auf, sondern eher wie ein charmanter Conferencier. Im Gehrock mit Stehkragen gibt er eine elegante Erscheinung ab und bewegt sich mit federnder Wendigkeit. Ausgesprochen smart.

Mit der Lässigkeit eines Bigband-Chefs stieg er in George Gershwins "Cuban Overture" ein und riskierte ein paar anfängliche Wackler, bevor das mit kubanischer Folklore und exotischen Instrumenten wie Bongos und Maracas angereicherte Stück in die Spur kam. Zuverlässig breitete sich Urlaubsstimmung aus, wenngleich das Ganze noch legerer hätte klingen können.

Dann kam Anne Akiko Meyers mit Samuel Barbers spätromantischem Violinkonzert. Die aparte kalifornische Geigerin spielte das introvertierte, nur stellenweise virtuose Werk mit dunkel grundiertem, doch golden schimmerndem Ton, den sie ihrer frisch erworbenen "Molitor"-Stradivari entlockte, die einst Napoleon gehört haben soll.

Nach der Pause dann ein Ausflug nach Hollywood mit Erich Wolfgang Korngolds vor symphonischen Einfällen überquellender Musik für den Film "The Sea Hawk", einen Piratenfilm mit Errol Flynn. Dabei kamen die Symphoniker so richtig in Fahrt und glänzten mit opulentem Breitwand-Klang.

Zum Schluss dann noch etwas Melancholie: Sergej Rachmaninows im amerikanischen Exil entstandene "Symphonische Tänze", seine letzte Komposition. Hier erfreuten herrliche Bläser-Stellen und Axelrods souveräne Zeichengebung das Publikum.

Großer Applaus.

 

Quelle: Rheinische Post

 

 

 

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